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Gemeinde Fremdingen (Druckversion)

Hochaltingen

Faszinierende Geschichte

Hochaltingen hat für den Historiker und Kunstkenner einen besonders guten Klang. Die faszinierende Geschichte beginnt schon vor zweieinhalbtausend Jahren, als die Kelten unser Land besiedelten.

Wo ihre Niederlassung war, ist noch nicht erforscht. Nördlich des Tennich im Tal jedenfalls bestatteten sie ihre Toten. Auf die Kelten folgten die Römer, die am sonnigen Südhang einen Gutshof (villa rustica) anlegten. Sie betrieben Ackerbau und Viehzucht und versorgten die Bevölkerung und die Legionäre am nahen Limes mit dem Lebensnotwendigen.

Zum Gutshof gehörte das Haupthaus mit turmartigen Eckbauten, mehrere Wirtschaftsgebäude und wohl auch eine Badeanlage. Zum Schutz gegen Räuber und Raubtiere umschlossen sie das Geviert mit einer Hofmauer. Etwas außerhalb lag in der Regel ein kleiner Friedhof. Nach dem Fall des Limes und den Wirren der Völkerwanderungszeit gründeten die Alamannen unweit der "Villa" auf der Anhöhe die Siedlung.

Der Ortsadelige "Adalbertus de Haheltingen" erscheint 1153 in einer Urkunde als Zeuge. Vielleicht stand seine Burg etliche hundert Meter nordöstlich der Kirche, dort, wo sich in der Waldabteilung "Tennich" ein Ringwall abzeichnet. Im heutigen 1551 erbauten Schloss haben sich nur wenige Mauereste erhalten, die über das 15. Jahrhundert zurückreichen. Bei Kanalisationsarbeiten stieß man auf einen geheimnisvollen Gang, der vom Dorf wahrscheinlich zum Ringwall  hin führt. Um 1200 übernahmen die Edlen von Hürnheim durch Heirat oder Erbe die Burg Hochaltingen und begründeten ihre Herrschaft im "Ländle". Vertreter dieses Adelsgeschlechtes brachten es zu hohen Stellungen in Kirche und Reich.

Kloster Maria Porten

1591 gründete Barbara von Bernhausen, eine geborene von Hürnheim, für sieben Schwestern des Franziskanerinnenordens das Kloster Maria Porten, das sie mit 4000 Gulden ausstattet und unter den Schutz ihres Schwagers Carolus von Welden stellte.

1807 fiel  das Kloster der Säkularisation zum Opfer. Die Gebäude wurden 1834 abgebrochen. Nur  das Beichtvaterhaus, in dem der bekannte Ordensschriftsteller Edilbert Menne seine "Große Katechese eines Dorfpfarrers" verfasste, blieb stehen. Bis 1968 diente dieses Gebäude als Schule und wird heute nach Um- und Erweiterungsarbeiten als Schützenheim genutzt. Im Obergeschoss treffen sich die Frauen zur Gymnastik.

Blick auf Hochaltingen
Blick auf Hochaltingen

Blickpunkt im Dorfbild

Mariä Himmelfahrt Pfarrkiche
Mariä Himmelfahrt Pfarrkiche

Ruhig steigen die Häuser hinauf zum beherrschenden Blickpunkt im Dorfbild, zur kunsthistorisch hochbedeutsamen Pfarrkirche mit ihrem majestätischen Turm. Ihr zu Füßen liegt das ehemalige Spital, das Freiherr Walther von Hürnheim und seine Gattin Ursula von Hohenalfingen 1523 "zur vollständigen Verpflegung von sechs Pfründnern" stifteten. 1899 kauften Franziskanerinnen Schloss und Spital und richteten ein Altenheim ein. Nach beträchtlichen Erweiterungsmaßnahmen bildeten die Schwestern junge Frauen aus der Umgebung in der Hauswirtschaft aus.

Der Verein "Evangelii Nuntiandi" erwarb das ehemalige Spital und nannte es nach dem Bistumspatron St. Ulrich. Dieses Haus hat sich zu einem Zentrum spirituellen Lebens im deutschsprachigen Raum entwickelt. Der Gründer Pater Hans Buob hat sich zum Ziel gesetzt, in einer zunehmend gottlosen Welt durch Exerzitien, Kurse und Seminare den Glauben als eine "Gebrauchsanweisung für ein glückliches Leben für Zeit und Ewigkeit" zu verlebendigen.

"Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft"

Dorfplatz
Dorfplatz

Hochaltingen beteiligte sich im Jahre 2002 am Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft" und ging als Kreissieger hervor. Die Jury würdigte damit neben der Schönheit des Dorfes das aktive bürgerschaftliche Engagement und die gute Infrastruktur. Neben Haus St. Ulrich und Seniorenheim St. Marien verfügt heute Hochaltingen über Festhalle, Feuerwehrgerätehaus, Jugendtreff, Schützenheim und  Sportanlagen mit Vereinsgebäude. Am sonnigen Südhang -wo einst die Römer siedelten- haben sich in den letzten Jahren junge Hochaltinger ihre Häuser gebaut. Freundlich grüßt von Westen her die St. Antonius-Kapelle herüber.

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