![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Rathaus in FremdingenDie "Vierer"![]() In repräsentativen Schlössern regierten jahrhundertelang die Grafen von Oettingen und die Freiherrn von Hochaltingen über unsere Dörfer im "Ländle". Die Untertanen mussten Fron- und Jagddienste leisten, sowie Natural- und Geldabgaben erbringen, hatten aber kaum etwas mitzubestimmen. Nach der "Satzung des dorffs fremtigen" von 1523 durften sie jährlich lediglich vier "Vierer" wählen. Deren Aufgaben beschränkten sich auf die Instandsetzung von Wegen, Überprüfen von Gewichten, Überwachung der Feuersicherheit. Sie "gelobten", die Dorfordnung zu überwachen und die Strafgelder je zur Hälfte an die Gemeinde und zur Hälfte an die Herrschaft abzuliefern. Ihre wesentliche Pflicht war es, die oberamtlichen Befehle der Gemeinde "kund zu thun". Das Gemeindeedikt von 1818 erweiterte dann ihre Befugnisse. Die "Vierer" hatten für Sicherheit und Ruhe im Dorf zu sorgen sowie die Aufsicht über die Armenpflege, das Gesundheitswesen und das Feldgericht zu führen. Außerdem gehörte zu den Aufgaben der Bürgermeister die Sorge für das Schul- und Bildungswesen. Ab 1865 war der Bürgermeister auch Standesbeamter und führte die Geburts- Heirats- und Sterberegister. Die Weimarer Verfassung garantierte 1919 eine gemeindliche Selbstverwaltung, die aber im Dritten Reich durch das Führerprinzip ersetzt wurde. Die Bayerische Verfassung sichert im Artikel 11 den Gemeinden heute das Selbstverwaltungsrecht zu. Dies beinhaltet das Recht der Gemeinden, innerhalb ihres Gemeindegebietes mit eigenem Personal und eigener Finanzausstattung alle ortsbezogenen Angelegenheiten erledigen zu dürfen. Die Gemeinde bildet die Grundlage des Staates und des demokratischen Lebens. Das neue Rathaus![]() Bis 1973 gab es keinen kommunalen Mittelpunkt in unserer Gemeinde. Der jeweilige Bürgermeister hatte seine Wohnstube zu einer Gemeindekanzlei umfunktioniert. Hier nahm er auch die standesamtlichen Trauungen vor. Bürgermeister Hermann Stempfle verlegte 1973 die Amtsräume in das ehemalige Lehrerwohnhaus, das die Fremdinger 1836/37 erbauten hatten. Nach der Bildung der Einheitsgemeinde 1978 richtete er für die Mitarbeiter hier weitere Büros ein. Wegen fehlender Räumlichkeiten tagte der Gemeinderat in der Verbandsschule. Da das ehemalige Lehrerwohnhaus doch etwas abseits lag und den gestiegenen Verwaltungsaufgaben und den modernen Anforderungen nicht mehr genügte, beschloss der Gemeinderat Ende 1990 ein neues Rathaus im Herzen Fremdingens zu errichten, dort wo unsere alamannischen Vorfahren das Dorf gründeten. Zunächst galt es die ausgediente Gemeinschaftsgefrieranlage und ein Stallgebäude abzubrechen, bevor am 22. September 1992 der erste Spatenstich erfolgte. Der Bau machte gute Forstschritte, so dass man kurz vor Jahresende das Richtfest feiern konnte. Ein Jahr später - am 6. Dezember 1993 - zogen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in das neue Rathaus ein, das am 26. Juni 1994 unter großer Beteiligung der Bürgerschaft feierlich eingeweiht wurde. Der Architektur liegen wesentliche Gestaltungselemte des schwäbischen Baustils zugrunde: steiles Dach, geputzte Fassade, schmale gegliederte Fenster. Nur die segmentbogigen Fenster im Obergeschoss und das in sich gegliederte Gesims sind moderne Elemente. Das Haus bietet Verwaltungsräume, das Amtszimmer des Bürgermeisters und im Obergeschoss ein würdiges Trauzimmer. Im Keller des Gebäudes befinden sich Registratur und Archiv. Das Herzstück stellt aber der helle und freundliche Sitzungssaal dar. Unter der gewölbten Decke beraten die Gemeinderäte die örtlichen Angelegenheiten und treffen Entscheidungen zur Fortentwicklung Fremdingens. Besonders Augenmerk widmete der Gemeinderat der Gestaltung des Rathausumfeldes. Seinen optischen Anziehungspunkt erhielt der gepflasterte Platz in einem Brunnen des Wallersteiner Künstlers Sebastian Fink. Die Linde in der Mitte des Dorfes ist nach alter Tradition ein Ort der Besinnung und des Gedenkens. Zur Einweihung schrieb die Heimatzeitung "Rieser Nachrichten": Das neue Rathaus vereinigt "Repräsentation und Funktionalität in gelungener Architektur."
Geschichte(n) und BilderDas Buch Fremdingen unsere Gemeinde, Geschichte(n) und Bilder einer Großgemeinde im Nord-Ries erhalten Sie im Rathaus Fremdingen. Texte: Klaus Lingel KontaktGemeinde Fremdingen Archive in BayernDas Portal "Archive in Bayern" führt zu den öffentlichen und privaten Archiven im Freistaat Bayern. Haus der GeschichteDas Haus der Bayerischen Geschichte veranstaltet Tagungen und Kolloquien, meist zu den jeweiligen Ausstellungsthemen, aber auch zu allgemeinen Themen des Ausstellungswesens. |