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Gemeinde Fremdingen - das Tor zum Ries

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Klöster & Schlösser

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Kloster Maria de Victoria

Kloster Maria de Victoria

Über 280 Jahre Geschichte verbergen die dicken Mauern des Klosters Maria de Victoria in Fremdingen.

Die meisten Zellen hinter den weißen Türen sind heute leer. Lebten einst bis zu 20 Dominikanerinnen in der Klosteranlage, so teilen derzeit drei Schwestern die klösterliche Gemeinschaft. Angenehmer Kräuterduft umgibt den Besucher, wenn er die Anlage betritt und den bekannten Fremdinger Tee verlangt. Über 60 Kräuter befinden sich in den  Schubladen der altersdunklen Schränke. Viele davon ziehen die Schwestern im eigenen Garten, andere sammeln sie in den umliegenden Wäldern und Fluren, wie z.B. Löwenzahn, Schlehenblüten, Taubnessel, Kamille, Pfefferminze, Gänserich, Waldmeister und Ehrenpreis.

Sie hatten es nicht leicht, die vier "Bet-Töchter", die am 20. November 1721 in das sog. "Schneiderhäuslein" einzogen, das Gertraud Mayr, der Schwester des Fremdinger Pfarrers gehörte. Die Freiherrn von Welden und der Augsburger Bischof versagten ihnen 16 Jahre lang die Anerkennung, "weil es der Klöster, die ein beschauliches Leben führten ohnedem sehr viele gab und der künftige Lebensunterhalt dieser werdenden Gemeinschaft sehr in Frage gestellt war; denn die fraglichen Jungfrauen wollten ohne irgend eine Stiftung nur aus dem elterlichen Vermögen und allenfallsigen wohltätigen Beiträgen ein Kloster bauen und sich durch Händearbeit ernähren."

In ihrem "Herzeleid" begab sich die spätere Priorin M. Theresia Schimmel zur "gottseligen" Klosterfrau Kreszentia Höß nach Kaufbeuren und brachte ihre Sorgen vor. Diese tröstete sie und prophezeite, in Fremdingen werde in Bälde ein Frauenkloster errichtet werden. Es werde nie zu "Reichtumg und Wohlhabenheit" gelangen, dafür aber "vielen Gefahren und Stürmen" widerstehen, denen in nicht allzu langer Zeit viele reiche Klöster unterliegen werden.

Und tatsächlich gaben der Augsburger Bischof und der Fürst von Oettingen-Spielberg den "Consens" zur Errichtung eines Klosters. Ein blau bemaltes Krüglein halten die Schwestern in hohen Ehren. Es gehörte der "wunderthätigen" Creszentia Höß, die im Jahre 2002 heilig gesprochen wurde.

1730 bauten die Schwestern den Westflügel, den sie mit einem geschlossenen Klausurgang mit der Pfarrkirche verbanden.

1747 trat im Osten das sog. "Beichtvaterhaus" hinzu. Ein Querbau im Norden schließt die Anlage, die sich nach Süden hin öffnet.

Kloster Innenhof

Durch den Einfall der Franzosen im Jahre 1800 hatte das Kloster viel zu erleiden.

Es wurde "von den Franzosen gleichsam überschwemmt und durch Forderungen von Geld und Lebensmitteln aufs äußerste bedrängt und geängstigt."

Die Kriegsjahre "zerrütteten" das Kloster in seinen finanziellen Verhältnissen beinahe ganz und stürzten es in "nicht unbedeutende Schulden".

Das Kloster stand kurz vor dem Untergang, als es im Zuge der Säkularisation an das Fürstentum Oettingen-Spielberg fiel. Es durfte kein Klostergut verkauft, keine Novizinnen mehr aufgenommen werden. Durch die Beharrlichkeit der Oberin Euphemia Heider, die sich sogar an den "Großmächtigsten König" wandte, gab der Fürst 1826 den ganzen Besitz "zurück" und hatte auch gegen die Aufnahme von Novizinnen nichts mehr einzuwenden.

Die Prophezeiung der hl. Creszentia hatte sich erfüllt. Die Schwestern konnten ihr Leben weiterhin dem Gebet und der Arbeit widmen.1930 schloss sich das Fremdinger Kloster an St. Ursula in Augsburg an. 2001/2002 renovierten die Schwestern das Beichtvaterhaus, richteten einen Seminarraum und sieben Gästezimmer mit Nasszellen ein. Hier sollen künftig religiöse Fortbildungsveranstaltungen stattfinden.

Durch Apotheke, Teestube, Nähschule, Kindergarten, Krankenpflege und Mesnerdienst aber auch durch ihr Gebet haben die Klosterfrauen unsere Gemeinde nachhaltig geprägt.

Die Schwestern besitzen hohes Ansehen durch ihre überzeugende Frömmigkeit und ihre tatkräftige Nächstenliebe gemäß den Worten des Ordensgründers St. Dominikus: "Habe die Liebe, bewahre die Demut, bleibe in der frei gewählten Armut".

Hochaltinger Schloss

Das Hochaltinger Schloss

"Die Aussicht vom Schlosse gehört zu den schönsten, welche die Abwechslung einer malerischen Landschaft nur immer zu bieten vermag; das Auge weilt mit Entzücken auf der weiten fruchtbaren Ebene, auf den vielen Ortschaften, Kirchen und Thürmen und findet endlich an den wohltuenden Hügeln des Riesgaues und an der in unauffälliger Form sich dahinschlängelnden Wörnitz den ersehnten Ruhepunkt", so schreibt im Jahre 1858 ein Chronist.

Das Schloss war einst der Herrschaftsmittelpunkt eines der mächtigsten Rieser Adelsgeschlechter des Mittelalters. Um 1200 haben die Herren von Hürnheim das Erbe der Edelfreien von Hochaltingen angetreten.

Wegen ihres Grundbesitzes und der Nähe zum Staufischen Königshaus standen die Hürnheimer in hohem Ansehen. Friedrich von Hürnheim-Hochaltingen war einer der Paladine, die mit Konradin, dem letzten Hohenstaufen  in Neapel hingerichtet wurden.

Über dem Eingang des Schosses prangen die Wappen der Bauherrn Walther von Hürnheim und seiner Gattin Cordula von Stein, die das Schloss 1551 von den  Hochaltingern in Fronarbeit errichten ließen. Die dreigeschossigen Baukörper sind in Hufeisenform angeordnet. An den polygonalen Ecktürmen des Hauptbaus leuchtet die Inschrift: "Omnia pro deo" - "Alles für Gott", das Leitmotiv der Franziskanerinnen, die über ein Jahrhundert in unserer Gemeinde segensreich wirken.

Der sich an den südlichen Flügel anlehnende "Kastenbau" diente vormals in seinen oberen Räumen zur Aufbewahrung der "Gilten" und "Zehentfrüchten". In diesem Bau steckt vermutlich der alte "Bergfried". Er bot letzte Zuflucht, wenn der Feind die Ringmauer durchbrochen, den Wassergraben überwunden und sich den Zugang zum Burghof erkämpft hatte.

1585 starb der letzte aus dem Mannesstamme der Hürnheimer Hans Johann. Seine Erbtochter Cordula brachte durch Heirat die Herschafft  an die Freihern von Welden, die nahezu zweihundert Jahre im "Ländle" regierten.

1764 verkauften Ludwig, Constantin und der spätere Fürstbischof von Freising Ludwig Joseph von Welden das Schloss samt gemeinschaftlichen Besitz an "Häusern, Höfen, Gärten, Gebäuden und Unterthanen mit allen zur Herrschaft gehörigen Gefällen, Rechten, Gerechtigkeiten, den 496 Tagwerk Äckern und Wiesen, 126 Tagwerk Weiher und 1507 Tagwerk Wald" an das Haus Oettingen-Spielberg um die beachtliche Summe von 550.000 rheinischen Gulden in "lauter Gold oder groben Silbersorten". 225 Untertanenfamilien, also etwa 1200 Menschen aus Herblingen, Hochaltingen und den umliegenden Dörfern, wechselten so den Besitzer.

Pflegeheim Zeichnung

Das "Ländle"

Das "Ländle" wie es heute noch liebevoll genannt wird, bildete die Grundstruktur für die spätere Einheitsgemeinde Fremdingen. Das Schloss diente weiterhin als "Pflegamt". Die regierenden Fürsten von Oettingen-Spielberg verbrachten in Hochaltingen gewöhnlich den Sommer. Viel zu leiden hatten Hochaltingen und das Schloss während der Franzosenkriege im Jahre 1800 bei den Einquartierungen, durch Lieferung von Naturalien und hohen Geldbeträgen. Den Gewalttätigkeiten setzte schließlich der später wegen seiner Tapferkeit im Russlandfeldzug zum Marschall beförderte Michel Ney ein Ende.

Nach dem Abmarsch der Franzosen fehlten allerdings ein "schöner Tubus" sowie "22 wertvolle Ölgemälde".1899 kauften die Dillinger Franziskanerinnen das Schloss für 70.000 Mark und richteten dort eine Haushaltungsschule für Mädchen ein. Auch erholungsbedürftige  Kinder aus Großstädten und Oberschlesien verbrachten bei "reichlicher und guter Verköstigung" die Sommerferien.

Da den Nationalsozialisten die christliche Erziehung ein Dorn im Auge war, wurde die Schule 1941 geschlossen.

Ende 1945 konnten die Kurse durch die Genehmigung der amerikanischen Militärregierung fortgesetzt werden.

Bereits 1940 trafen 36 "Umsiedler" aus Südtirol ein, die froh waren ein neues Heim gefunden zu haben.

Pflegeheim

Grundstein für das Alten- und Pflegeheim St. Marien

Für alte Südtiroler schuf man im Kastenbau eine Art Altenheim und legte so den Grundstein für das heutige Alten- und Pflegeheim St. Marien, das heute unter der Trägerschaft des Deutschen Ordens steht.

Die angenehme, familiäre Größe des Hauses, die idyllische, ruhige Lage und die persönliche Betreuung geben den 40 pflegebedürftigen Menschen das Gefühl hier wirklich zu Hause zu sein.

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