Brunnen, Figuren & Reliefs
Übersicht
Leonhardsbrunnen
Mit der sechseckigen Form und dem Wappenrad symbolisiert der Leonhardsbrunnen auf dem Rathausplatz die Einheitsgemeinde, zu der sich 1978 die Ortschaften Fremdingen, Hausen, Herblingen, Hochaltingen, Schopflohe und Seglohe zusammengeschlossen haben.
Die Bronzefigur des hl. Leonhard steht im Mittelpunkt der Brunnenschale.
Dieser volkstümliche Heilige wird in Fremdingen seit Jahrhunderten verehrt. Sein Bildnis schmückt auch das gemeindliche Wappen.
Der bekannte Wallersteiner Bildhauer Sebastian Fink schuf 1994 zur Einweihung des neuen Rathauses diesen Brunnen. Ohne den Gemeindehaushalt zu belasten, wurde er durch Spenden der Bürger und aus Mitteln der Städtebauförderung finanziert. Der heilige Leonhard, den man am Abtsstab, der Kette und dem bäuerlichen Vieh zu seinen Füßen erkennt, lebte im 6. Jahrhundert bei Limoges in Zentralfrankreich. Als König Chlodwig ihm einen Bischofssitz anbot, lehnte Leonhard bescheiden ab, er erbat sich stattdessen die Gnade, alle Gefangenen, die er der Freiheit für würdig erachtete, von den Ketten befreien zu dürfen. Danach zog er als Einsiedler in die tiefen Wälder von Limoges.
Viele Jahre später, Chlodwig war bereits gestorben, ließ der Nachfolger König Theodebert den Eremiten auf sein Jagdschloss rufen. Dort lag die Königin dem Tode nahe im Kindbett. Leonhard betete für ihre und des Kindes Rettung und bald waren Königin und Kind wohlauf. Der überglückliche König wollte Leonhard reich mit Schätzen belohnen, der Mönch erbat sich aber nur ein Stück Land, so groß wie er es mit einem Esel umreiten könne. Und auf diesem Land gründete er das Kloster Noblac, dessen erster Abt er wurde und wo er 559 starb.
Der heilige Leonhard gilt als Patron der Gefangenen, der Mütter und ihrer Kinder. In all ihren Nöten rufen ihn die Bauern an bei Unglück im Stall, bei Pest, Hunger und Krieg. Inzwischen sind fast anderthalb Jahrtausende vergangen, seit dieser bescheidene Heilige gestorben ist. Noch immer wird er als Nothelfer von allen angerufen, die unter Verfolgung leiden. Noch immer gilt er als der Heilige, der uns Menschen die Fesseln löst, in welcher Form wir auch immer unter ihnen leiden. Er ist aber auch der Schutzpatron der Gemeinde Fremdingen, der unsere Dörfer wie mit einer starken Kette zusammenhält.
Zum spätherbstlichen Fest singen die Fremdinger das von Hermann Seufert getextete und komponierte Lied:
St. Leonhard, du Schutzpatron,
schaue herab und höre uns an!
Führe uns hin zur himmlischen Bahn!
Du hast geweiht und geopfert dein Leben.
Gott hast du dich in Demut ergeben.
St. Leonhard, du Schutzpatron,
Schirme und schütze, stehe uns vor
Neige gnädig zu uns dein Ohr!
Wir deine Kinder, wir flehen voll Vertrauen,
Wollen auf deine Fürbitte bauen.
St. Leonhard, du Schutzpatron,
Helfer und Heiler, Gnadenpfand,
sammle und segne Heimat und Land!
Wollst gnädig bleiben, im Glauben uns stärken,
dass wir dir folgen in guten Werken.
Eberhard und Anna von Hürnheim
"Was bleibt dem Menschen länger, das Gut oder die Gedächtnus?"
Das 1523 gestiftete und laut Umschrift 1526 vollendete Marmordenkmal der Edlen von Hürnheim in der Gruftkapelle der Hochaltinger Pfarrkirche ist ein Meisterwerk der Frührenaissance. Seinen unschätzbaren Wert erkannte das Germanische Nationalmuseum und wollte es nach Nürnberg holen, was aber Gott sei Dank zu verhindern wusste.
Es gibt kein Grabmal weit und breit, das sich mit dem Hochaltinger messen könnte. Stünde es in einem der Dome oder in einem der nationalen Museen, Tausende kämen, um es zu bestaunen.
Das Epitaph besteht aus poliertem Rotmarmor, die Gesichter sind in Alabaster eingefügt. Auf dem grauen Sandsteinrahmen breitet sich eine erlesene Totensymbolik aus. Unter der Inschrifttafel stehen einander zugewandt die lebensgroßen Figuren des ritterlichen Paares. Eberhard von Hürnheim (+1483), gerüstet mit einem Riefelharnisch, stemmt selbstbewusst seine Rechte in die Hüfte, während seine Linke fest den Griff des Langschwertes umfasst. Das Visier hat er hochgezogen und gibt den Blick frei auf sein kühnes Gesicht. Links neben ihm erscheint seine Gattin Anna von Rechberg in frommer Haltung, angetan mit einer Pelzschaube und Gebändehaube. Ihr anmutig lächelndes Alabasterantlitz blickt in die Ferne zum Himmel. In ihren Händen hält sie den Rosenkranz, den sie für das Seelenheil ihres Gemahl und ihrer 18 Kinder betet.
Die mit Zeichen von Rittertum und Tod geschmückte Rahmung des Grabmals wird oben abgeschlossen durch zwei Totenschädel und zwei ausgestreckt nebeneinander liegenden Totengerippen, die der Ewigkeit entgegenharren. Darunter tanzen Totenskelette einen „Dance mascabre“ um das unerbittliche "Finis". Brennende Opferschalen beleuchten die unheimliche Szene. Zu Füßen des Grabmals symbolisiert eine Kalksteinplatte mit den Wappen Hürnheim-Rechberg den Eingang in die darunter liegende niedrig gewölbte Gruft. Eberhard von Hürnheim und Anna von Rechberg sind aber nicht hier sondern in der Waldeinsamkeit von Christgarten beigesetzt. Sie waren längst tot, als ihre Kinder dieses Grabmal in Auftrag gaben und "dietz Ort zuo ainer Begrepptnus und Rouw ewigs Frids irer Coerper erwöelet .." (Inschrift).
Doch wer hat dieses hochrangige Kunstwerk geschaffen? War es Hans Daucher, der Bildhauer der Fugger, war es der Ulmer Bildschnitzer Daniel Mauch oder stammt es aus dem Umkreis Albrecht Dürers, der den Entwurf lieferte (Grabmal eines Ritters und seiner Frau, 1517 (?)).
Aus Liebe zum "Ländle" haben der langjährige bayerische Wirtschaftsminister Anton Jaumann und seine Gattin Margarethe 1991/92 die Gruftkapelle aus eigenen Mitteln renovieren lassen. Sie stifteten auch einen Gedächtnisgottesdienst für alle Priester und Ordensleute aus dem Ries, den der Neresheimer Abt jedes Mal im September hält. An die Hochaltinger und Herblinger richtete er die Bitte, die "Wallfahrt zu einem guten Tod" in ihrer Pfarrkirche mit der wertvollen Gruftkapelle zu beleben und einen zeitgemäßen Sinn zu geben.
Chronos in der Hochaltinger Pfarrkirche
"Die Sanduhr erinnert nicht bloß
an die schnelle Flucht der Zeit,
sondern zugleich an den Staub,
in welchen wir einst verfallen werden."
Nahezu zwei Jahrhunderte von 1585 bis 1766 herrschten die Freiherrn von Welden über Hochaltingen und das "Ländle".
1585 starb der "edle gestrenge Herr Hans Johann von Hürnheim zu Hochaltingen", so berichtet uns die Inschrift seines Grabmals im Chor der Kirche. Er war der letzte im Mannesstamm dieses bedeutenden Rieser Adelsgeschlechtes. Seine Tochter Cordula heiratete Carl II. von Welden (+1627), der auch die Herrschaft Laupheim erbte.
1597 verkauften sie ihren Besitz in Welden bei Augsburg an die Fugger und an die Oettinger ihr "adelich Schloß und guet Hürnheim, sonsten als Niedernhaus genannt."
Hochaltingen wählten sie nun als Residenz und ließen den Hauptbau des 1551 errichteten Schlosses 1591 renovieren. Ein Familiengrabmal im Chorraum der Pfarrkirche nennt uns die Namen der Hochaltinger Linie, die hier begraben wurden. Dem Gedächtnis an Heinrich Gottfried von Welden (*1680, +1761)und seiner Frau Maria Ursula von Hettersdorf (*1682, + 1748) ist ein kunstvolles Epitaph aus hellem Sandstein gewidmet.
Heinrich Gottfried von Welden trat 1690 die Nachfolge seines Bruders in der "Dompfründe" zu Würzburg an. Da er damals aber erst 10 Jahre alt war, wurde für die Vorlage beim Domkapitel sein Geburtsdatum von richtig 1680 auf 1677 "verbessert."
Er studierte im "glücklichen Besitz der Pfründe" dann in Rom. Erwachsen fand er keinen Gefallen am geistlichen Stand, "resignierte" 1704 und heiratete im folgenden Jahr die Freifrau Ursula von Hettersdorf. Dieser hochgebildete Mann ließ zusammen mit dem kunstverständigen Pfarrer Kaspar Sonderholzer (*1695 (?) in Hochaltingen als Sohn des weldischen Pflegers) die Pfarrkirche in Hochaltingen erweitern und barockisieren. Franziska von Welden, eine geborene Gräfin Schenk von Castell (+1736) ließ die beiden Seitenaltäre errichten und schenkte der Pfarrkirche die silbernen Ampel.
Als Schöpfer des Weldengrabmals kommt ein naher Verwandter des Pfarrers Sonderholzer in Frage, der Bildhauer Joseph Anton Breitenauer. Er wurde 1722 in Hochaltingen geboren und hat wohl früh sein Heimatdorf in Richtung Eichstätt verlassen. Dort begründete er eine bedeutende Künstlerfamilie.
In Domherrn Ludwig Joseph von Welden fand er einen großen Förderer, der ihm mehrere Aufträge für Grabmäler und Epitaphe von hohen Geistlichen vermittelte. Dieser Ludwig Joseph ( *1727), ein bedeutender Sohn Hochaltingens, studierte in Rom im Germanischen Kollegium. Von dort brachte er kostbare Reliquien mit nach Hochaltingen, die am Altaraufsatz in der Gruftkapelle eingelassen sind. Er wurde Domherr in Eichstätt und schließlich Fürstbischof von Freising (1769 - 1788). Er galt als Vater der Armen und verbesserte das "tiefgesunkene" Volksschulwesen. Trotz mancher barocker Pracht blieb er stets der schlichte Mensch, der sich bewusst war, durch sein hohes Amt allein Gott gegenüberzustehen. Er blieb seiner Heimat verbunden und stiftete für die neu erbaute Kirche in Schopflohe zwei Glocken.
Ein Jahr nach seinem Tod begann in Paris die Französiche Revolution. Eine Welt brach zusammen, eine neue entstand.
Den Sockel des Hochaltinger Grabmals bildet ein Sarg mit Totenkopf und Knochen.
Die Inschrift nennt die Ämter des Freiherrn Heinrich Gottfried von Hochaltingen und Laupheim: Hochfürstlicher Würzburger Geheimer Rat und Oberamtmann zu Mainburg.
Farbig eingefügt sind die Wappen derer von Welden und Hettersdorf.
Eine Rokokokartusche mit der Chronosfigur bekrönt das Grabmal. Der hinkende Gott der Zeit hält die Symbole der verrinnenden Stunden und des alles zerstörenden Todes: Stundenglas und Sense.
Brunnen in Hochaltingen

Über Jahrhunderte lieferten Hausbrunnen das lebensnotwendige Wasser für Mensch und Tier. Wegen der Lage der Brunnen allerdings inmitten dichter Bebauung konnte man kein Schutzgebiet ausweisen, so dass sich oft kein hygienisch einwandfreies Wasser gewinnen ließ. In den trockenen Sommermonaten versiegte dazu noch so mancher Brunnen, nicht jedoch der Hochaltinger Bachbrunnen, der aus Quellen im Schlossbereich gespeist wurde. Die Bauern des oberen Dorfes trieben bei akuter Wassernot ihr Vieh hierher zur Tränke. Dieser Zustand galt über Jahrhunderte als naturgegeben und damit unabänderlich. Bürgermeister Viktor Faußner wollte die Versorgung mit ausreichendem und gesundem Wasser sicherstellen und schloss sich 1958 als einer der ersten der Bayerischen Rieswassergruppe an, die Wasser vom Donaugebiet ins Ries leitete. Die Kosten der Baumaßnahme, die in Hochaltingen 1963 bis 1965 durchgeführt wurde, beliefen sich auf 130.778 DM. Auf jeden Haushalt trafen 2515 DM im Durchschnitt.
Beim Ausbau der Brunnenstraße und der Straße. Am Kloster 1999/2000 erhielt die Gemeinde den historischen Bachbrunnen, ließ ihn mit Juramarmor verkleiden und mit Symbolen versehen. Die Frontseite des Brunnentroges zeigt das alte Ortswappen als Siegel einer stolzen Vergangenheit. Es erinnert an die beiden Herrschaften, die Hochaltingen über viele Jahrhunderte nachhaltig geprägt haben: Das Wappenschild der Hürnheimer liegt auf dem Andreaskreuz des Hauses Oettingen. Der Krug symbolisiert die überströmende Fülle und steht für den Trank der Unsterblichkeit. Die Kugel ist das Sinnbild der Allgegenwart Gottes.
Der Jakobsbrunnen ist eine der Perlen des "Neuen Weges - Weg 2000", den Pfarrer Thaddäus Posielek mit Pfarrei, Gemeinde und Vereinen anlässlich des Heiligen Jahres angelegt hat. Auf der Tafel neben dem Brunnen steht das Schriftwort des Johannes 4,14: "Wer vom Wasser trinkt, das ich geben werde, wird niemals mehr Durst haben".
Eine weitere Station der Gemeinde steht in Herblingen am Fuße der heute bewaldeten Bergäcker. Der Pflug, den Gemeinderat Josef Hach stiftete, symbolisiert das Geheimnis vom verborgenen Schatz und der kostbaren Perle nach dem Schriftwort des Matthäus: "Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz."
Steinbank im Ries
Diese außergewöhnliche Steinbank ließ wohl eine der Oettinger Fürstinnen fertigen und auf der ehemaligen "Hutweide" südlich des Tennich aufstellen. Als Hochaltingen noch Sommerresidenz war, ritt die Fürstin mit den Prinzessinnen und dem Hofstaat - so wird erzählt- oft dahin und betrachtete ihr ausgedehnten Besitzungen. Hier trafen sich auch die Buben beim Viehhüten und heckten ihre Streiche aus. Mancher Wanderer machte auf ihr Rast und blickte nachdenklich hinab in das "Tal der Ruhe". Da die Bank bei der Bewirtschaftung der Felder störte, versetzte sie die Flurbereinigung an den nahen Waldesrand.
Heute steht sie nicht mehr einsam im Tennich, sondern mitten im Dorf im Schutz der Kirche Mariä Himmelfahrt. Mit dem Blick ins Ries kann man hier sitzend über die Gedanken Elisabeth Böhms nachsinnen und sie beherzigen:
Im "Leben" sagt man sich selbst
ab und zu: "Man müsste sich mal
hinsetzen und alles in Ruhe vorbei
ziehen lassen" - das bleibt
häufig ein Traum. Warum
eigentlich?
Vieles wird erst deutlich, wenn
Man alles –und besonders sich-
mal nicht so wichtig nimmt,
sich setzt und dankt.
Also setz` Dich!