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Gemeinde Fremdingen - das Tor zum Ries

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Raustetten

Name

Um 900 rodeten unsere Vorfahren den Waldkessel im Oettinger Forst und gründeten den Ort, den sie nach dem "struppigen" Charakter des Waldes (ahd. ruh = struppig, Dickicht) Raustetten nannten. Von Ludwig von Hürnheim kam Raustetten an Erhart und Eck von Künseck. Diese verkauften im Jahre 1489 ihre Erbschaft in Raustetten an das Stiftskapitel Ellwangen für 2700 rheinische Gulden. Der Besitz umfasste zwei Höfe zu je 33 Morgen, zwei Weiher und 127 Morgen Holz (Forch, Holzrain und Burgholz).

Ellwangen setzte nach Raustetten einen Vogt, der die Rieser Besitzungen in Bühlingen, Schopflohe, Ellrichsbron und Rühlingstetten verwaltete. Nahe der Kirche stand das "Verwaltungsgebäude", ein kleines Haus, das aber für einen "Pauren-Vogt" genügend war. Neben den grundherrlichen Rechten übte das Kapitel alle niedergerichtlichen Befugnisse und die Steuerhoheit aus.

Blick auf Raustetten

Schulhaus

Das Stiftskapitel sorgte sich um die Bildung der Kinder und richtete im Jahre 1757 eine eigene Schule ein, "für welche Zwecke der untere Stock des Vogthauses zur Verfügung gestellt wurde." Der Vogt musste "die Wohnung zu ebener Erde dem Schullehrer einräumen." Bis zum Bau eines eigenen Schulhauses 1757 kamen auch die Kinder aus Rühlingstetten hierher. Diese Bildungseinrichtung hielt sich immerhin bis zum Jahre 1923. Dann wurde sie wegen zu geringer Kinderzahl geschlossen. Es gab einige Jahre nur ein Mädchen  in dieser Schule. Klopfenden Herzens saß sie in der Bank, als der Schulrat kam – zwei fragende Lehrer und eine Schülerin. Ab 1923  hieß es dann für die Raustettener Kinder täglich einen Fußmarsch durch den Wald zur Fremdinger Schule zurückzulegen.

"Stützpunkt" des Jesuitenpaters Philipp Jenningen

Im späten 17. Jahrhundert war Raustetten ein "Stützpunkt" des Jesuitenpaters Philipp Jenningen, der im Jahre 1704 im Ruf großer Heiligkeit verstarb. "Seinen ausgemergelten Leib bedeckte ein abgeschabter Rock,... am Gürtel hing ein Rosenkranz samt dem Brevier." Er missionierte unermüdlich im Ries und verharrte "bis in die spathe Nacht" im Beichtstuhl. Dem Eindringen krankmachender Einflüsse in die Seele empfahl er durch Beichte und Buße zu begegnen. Heute erinnert an diesen Apostel des Rieses die Ölbergkapelle nördlich der Kirche. Wie er selbst den Heiland im Traume sah, so ließ er ihn dort darstellen. "Der Ölberg zum hl. Blasius, der in Raustetten begonnen worden ist, scheint ein von Gott selbst befohlenes Dankmal zu sein, damit unser Heimatland frei werde und frei bleibe von vielen Leiden", schreibt er an das Ellwanger Stiftskapitel.

Fremdenverkehrsort

St. Blasius in Raustetten

Durch den Pariser Frieden 1802 fiel Raustetten mit den übrigen Landgebieten des Stiftes Ellwangen an Württemberg.

Der Staatsvertrag von 1810 gliederte dann Raustetten nach Bayern ein, allerdings ohne Ellrichsbronn.

Seit dem Gemeindeedikt 1818 ist Raustetten ein Ortsteil der Gemeinde Fremdingen.

Wegen der erholungswirksamen Landschaft und dem Barock-Kleinod der St. Blasiuskirche hat sich Raustetten zu einem Fremdenverkehrsort mit zwei überörtlich bekannten Gastronomiebetrieben entwickelt.

Sie verfügen insgesamt über 81 freundliche Zimmer und werden auch gehobenen Ansprüchen gerecht.

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Geschichte(n) und Bilder

Das Buch Fremdingen unsere Gemeinde, Geschichte(n) und Bilder einer Großgemeinde im Nord-Ries erhalten Sie im Rathaus Fremdingen.

Texte: Klaus Lingel
Zeichnungen: Elisabeth Böhm

 

Kontakt

Gemeinde Fremdingen
Kirchberg 1
86742 Fremdingen
Fon: 09086/92003-0
Fax: 09086/92003-20
info@fremdingen.de

 

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